| Domkantorei Stendal | |
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Alljährlich sieht man in der Stadt und dem Landkreis Stendal immer wieder Plakate mit der Überschrift DOMMUSIK. Musik und Dom – das ist so alt wie der Dom selbst. Die Domkantorei, wie sie heute existiert, wird aber erst 60 Jahre alt. 1949, also 4 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges, wurde sie von Kirchenmusikdirektor Ernst-Otto Göring gegründet. Mit bewundernswerter Ausdauer und großem Fleiß bildete er unter schwierigsten Bedingungen - der Dom war durch Bomben stark beschädigt, die Orgel war zerstört – einen Chor, einen Kinderchor, eine Kurrende und einen Instrumentalkreis. Bereits 1951 kam das erste Oratorium, das Mozart-Requiem, zur Aufführung. Der Domchor fühlt sich seit dieser Zeit bei der Pflege des Kulturerbes vor allem der Epochen vom Barock bis hin zur Romantik verpflichtet und hat im Laufe der Jahrzehnte nahezu alle sakralen Werke dieser Zeit zur Aufführung gebracht. In einigen Fällen kooperierte der Domchor mit anderen Kantoreien, und so kam es zu Konzerten in Magdeburg, Halberstadt, Gifhorn, Minden und München. Das hohe Niveau des Domchores brachte es mit sich, dass zu den Konzerten auch stets namhafte, aus Funk und Fernsehen bekannte Solisten und Orchester verpflichtet werden konnten. Gleichzeitig hat sich der Domchor aber auch ein umfangreiches Repertoire von A-capella-Musik erarbeitet, das besonders beim alljährlichen Serenadenkonzert und zu Weihnachten zum Tragen kommt. Nachwuchsprobleme gab es für den Domchor, der etwa 80 Sängerinnen und Sänger hat, kaum. Die intensive Arbeit mit Jugendchor, Kinderchor und Kurrende, die ihrerseits auch regelmäßig mit Aufführungen in der Öffentlichkeit präsent waren, beugte dem vor. Die entscheidende Arbeit, die über die vergangenen 6 Jahrzehnte all das hat entstehen lassen, leisteten natürlich die Kantoren. Glücklicherweise wirkten alle bisherigen Kantoren recht lange und das garantierte Kontinuität in jeder Hinsicht. Als Ernst-Otto Göring 1956 nach Jena berufen wurde, übernahm KMD Manfred Schlenker für fast 2 Jahrzehnte die Kantorei. Noch heute singt der Domchor Liedsätze, die aus seiner Feder stammen. Mehr als die Hälfte der 60 Jahre wurden durch die überaus akribische Arbeit von KMD Horst Lehmann geprägt, der von 1975 bis zu seinem Ruhestand im Jahre 2006 hier wirkte. Ein Höhepunkt in seinem Schaffen war, wie er es selbst sieht, die Aufführung der H-moll Messe von J. S. Bach im Jahre 1996. Seit 2006 leitet nun Johannes Schymalla die Domkantorei. Seine Leistung und seine Jugend versprechen, dass das 100. Jubiläum der Domkantorei von dem erst 5. Kantoreileiter vorbereitet werden wird. |